Nach großem Kampf und tollem Spiel verloren

23.04.2026

Nun war es endlich soweit, das lang erwartete Sachsenpokalhalbfinale gegen den FSV Zwickau stand an und 3600 Zuschauer waren gekommen, um die nächste Pokalsensation zu erleben. Der FSV Zwickau spielt aktuell in der Regionalliga Nordost und galt somit als der klare Favorit. Stahl hatte auf dem Weg ins Halbfinale bereits drei Oberligisten ausgeschaltet, doch das Halbfinale war eine andere Hausnummer. Die Ansetzung bedeutete das wohl größte Spiel in der jüngeren BSG Geschichte und bescherte dem Verein eine ausverkaufte Feralpi Arena!

In der ersten Viertelstunde entwickelte sich das erwartete Szenario. Die Gäste übernahmen sofort das Zepter, damit sie nicht das gleiche Schicksal wie den bisherigen Gegner ereilte und in Rückstand geriet. Stahl versteckte sich aber nicht hinten in der Abwehr und hielt das Spiel erst einmal offen. So dauerte es bis zur 20. Minute bis der FSV zur ersten nennenswerten Chance kam. Torwart Hauswald klärte jedoch stark und auch der anschließende Eckball brachte nicht die Führung. Diese fiel dann kurz darauf, als man Dobruna ungestört flanken ließ und Sezer, völlig freistehend, aus Nahdistanz einköpfte. Stahl suchte weiter den Weg nach vorn und mit einem Benda Freistoß (28.), der abgefälscht wurde, gab es die erste Möglichkeit. Bis zur Pause dominierte dann der FSV, u.a. mit einem Pfostentreffer durch Prasse, Fernschüssen und einem Freistoßkracher, bei dem sich Hauswald gleich dreimal hintereinander auszeichnen konnte. Vladyslav Skala verfehlte in der Nachspielzeit das Zwickauer Gehäuse nur knapp und machte somit  Hoffnung auf mehr.

Nach dem Wiederanpfiff sorgte zunächst wieder ein Zwickauer Kopfball für Gefahr, ehe Janek Müller die wohl größte Chance zum Ausgleich hatte. Sein Schuss aus dem halblinken Strafraum flog nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Dieses Tor hätte dem Spiel vielleicht eine Wendung geben können und vermutlich das Stadion zum kochen gebracht. Leider konnte die Riesaer Abwehr in der 67. Minute wiederum eine Dobruna Flanke nicht verhindern und beim Klärungsversuch traf Baumann per Kopf unhaltbar ins eigene Netz. Im Prinzip die Entscheidung, weil Zwickau in der Defensive gut stand und das Spiel nach Hause brachte. Nichtsdestotrotz versuchten die Wohllebe Männer bis zum Ende alles, vielleicht doch noch eine Wende herbeizuführen. Selbst der Ehrentreffer sollte diesmal nicht gelingen. Aber auch so boten die Stahlspieler eine kämpferisch und spielerisch überragende Partie. Kein Ball wurde verloren gegeben und jeder Zweikampf angenommen. Auch wenn am Ende die Enttäuschung spürbar war, die nächste Sensation zu vollenden, kann die Mannschaft stolz auf das Erreichte und die Leistung sein und bekam nach dem Schlusspfiff den verdienten Applaus von den vielen Zuschauern für diese starke Leistung. Die Trabantstädter hatten sich das sicher etwas leichter vorgestellt, aber am Ende ihre Erfahrung und Cleverness  genutzt, das Pokalfinale zu erreichen.
An dieser Stelle auch noch einmal etwas Positives zum Schiedsrichterkollektiv um Luis Riedel. Diese lieferten an diesem Tag eine überzeugende und souveräne Leistung ab. Sie kamen ohne eine einzige Verwarnung aus, was auch beiden Teams zu verdanken war, die Fußball spielen wollten und vom Schiedsrichter dafür entsprechende Unterstützung bekamen. So etwas wünscht man sich auch mal in den Punktspielen.

Am Ende stand das auf dem Papier erwartete Ergebnis, doch auf das Wie kann die Mannschaft zurecht stolz sein. Und wer weiß wie's im nächsten Pokaljahr aussieht, Wiederholung erwünscht!

Stahl spielte mit: Christopher Hauswald, Dennis Leonhardt, Georg Liesch, Carlo Schmidt, Nic Heuer (ab 52. Niklas Noah Pohl), Vladyslav Skala, Janek Müller, Markus Baumann (ab 73. Justin Seher), Marlon Kost, Paul Kant, Jaroslav Benda

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